Rückblick – VSD-Forum der Grafischen Industrie 2020

Die neue Normalität

Rund 120 VSD-Mitglieder und Zugewandte aus Partnerverbänden (Copyprintsuisse, Viscom, p+c, Schweizer Regionalmedien) begaben sich am 2. September ins Hotel Belvoir in Rüschlikon, um Antworten zur Frage zu erhalten: Coronavirus-Krise – was nun? Namhafte Referenten, darunter der schweizerische Finanzminister Ueli Maurer, liessen kaum Zweifel offen, dass wir mit dieser unerfreulichen Situation noch längere Zeit leben müssen.

Flexibel bleiben
Daniel Broglie, Head of Sales der Chromos-Gruppe, befand sich geschäftlich in Tel Aviv, als er sofort in Quarantäne musste. In dieser, für viele Schweizer unvorstellbaren Situation, wurde Broglie bewusst, dass sich in seiner Firma viel ändern wird. Eine Taskforce wurde eingesetzt, Verhaltensregeln aufgestellt, die Kurzarbeit eingeführt, das Homeoffice eingerichtet, Meetings, Veranstaltungen und die Reisetätigkeit ausgesetzt. Chromos stellte rasch fest, dass bei zu rigidem Homeoffice wichtige und persönliche Kontakte fehlten. Darunter litt etwa die Solidarität unter Mitarbeitern und zu Kunden sowie Lieferanten, eine fundamentale Stütze in ungewissen Covid19-Zeiten.


Einführung und Referat Daniel Broglie >>   (Passwort für Video – VSD)

Genau analysieren
Broglie hielt fest, dass sich Trends in der ausserordentlichen Corona-Epoche verfestigen, Tom Oelsner, Leiter der Digital Unit von Heidelberg, bestätigte dies und lieferte genaue Zahlen nach. Der Primus unter den Druckmaschinenherstellern kann von seinen Maschinen die Produktionszahlen abrufen. Daraus lassen sich Krisen-Gewinner (Pharma, Hygiene und Lebensmittel) eruieren, die einen erhöhten Bedarf ausweisen, Krisen-Geschüttelte (so die Autoindustrie) bestimmen, die trotz Einbruch dank staatlicher Unterstützung bald einen Nachholbedarf zeigen sowie die Krisen-Geschockten (Reisen, Messen, Events) ausgrenzen, bei denen mit Umsatzeinbrüchen zu rechnen ist.


Referat Tom Oelsner >>   (Passwort für Video – VSD)

Pragmatisch handeln
Bundesrat Ueli Maurer präsentierte seine Sicht der Coronavirus-Krise als Magistrat: Standen zu Beginn vor allem gesundheitliche Aspekte im Vordergrund, so sind es heute wirtschaftliche Fragen, welche das helvetische Leitungsgremium beschäftigen. Da gilt es primär, Unternehmen und ihren Mitarbeitenden Sicherheit zu vermitteln, denn mit einer Normalisierung der Lage darf erst in 2-3 Jahren gerechnet werden. In dieser Situation will unser oberster Säckelmeister pragmatisch bleiben; dazu lautet Maurers Credo: „In der Politik sollten wir nicht schauen, was wir tun müssen. Sondern, was wir nicht tun dürfen“.


Das Referat von Bundesrat Ueli Maurer steht den VSD Mitgliedern exklusiv im Memberbereich zur Verfügung

Matthias Ackeret, der die Aussagen der Referenten gezielt hinterfragte, konfrontierte auch den Bundesrat mit kritischen Gedanken. So mit der gerügten Trägheit von Behörden. Dazu meinte Maurer lakonisch, wir haben die Krise gut gemeistert, obwohl wir immer noch nicht genau wissen, was es war. Wichtig ist, dass wir vorwärts kommen, innovativ bleiben und flexibel sind. Dies gilt für die Behörden ebenso wie für die Unternehmen.

Autor: Hannes Zaugg
Fotos: Alexandra Rothlin, Lexliana Photography >>
Videos: SILVERSPOT AG >> Video & Audio

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