Rückblick: Meine Fonts? Die habe ich alle gekauft!

Ein spannder Feierabend-Event mit 4 kompetenten Referenten an der Schule für Gestaltung in Zürich. Der Schrifteinsatz in der Kommunikationsbranche und im digitalen Publishing wurden aus verschiedenen Blickwinkeln an diesem Abend beleuchtet. Aktuell müssen sich Schriftgestalter/-innen immer mehr auch technischen Herausforderungen stellen um zeitgemäss zu agieren. Stefan Huber, Entwickler und Dozent an der Schule für Gestaltung in Zürich  fasste sein Referat mit einer Wunschliste zusammen. Neben den formalen technischen Themen müssen sich Gestalter immer mehr auch mit technischen sowie juristischen Fragen befassen. In Zukunft sind variable Fonts die alle Ausgabekanäle umfassen eine Pflicht, wo die Stolpersteine liegen zeigte er in Präsentation auf. Bei der Option kaufen, muss in Zukunft auch einiges punkto Transparenz passieren damit die teuren Fonts gegen die vielen Freefonts nicht plötzlich auf der Strecke bleiben. Seine Präsentation steht unter diesem Link>> zur Ansicht. Schrift-Muster mit freien Fonts>>

Stefan Huber, Dozent und Entwickler
Als zweiter Referent zeigte Haeme Ulrich spezielle Cloud-Dienste und den technischen Bezug auf die Anwendung. Seine Bedingung an eine Schrift ist die problemlose Anwendung in allen Kanälen. Haeme zeigte für ihn spezielle Lösungen welche direkt auch mit dem Backend bei WordPress integrierbar sind. Ein kleiner Ausflug zu der Adobe Schriftwelt zeigte noch ein paar Verbesserungsmöglichkeiten auf, die von einer Cloud Anwendung erwartet wird.

Haeme Ulrich, Wissensarbeiter im Publishing
Auch wenn man es umgangssprachlich häufig anders hört: Digitale Schriften (Fonts) werden nicht gekauft. Man erwirbt keine Fonts, sondern nur ein Nutzungsrecht an ihnen. Dies ist keine sprachliche Spitzfindigkeit, sondern die Unterscheidung zwischen dem Erwerb einer Sache und der Lizenzierung einer Software. Punkte die für Tobias Meyerhoff, Director Pre-Sales von Monotype sehr wichtig ist. In seinem Referat erklärte er das Lizenzmodell der Firma Monotype und zeigte anhand der Anwendung einer Schrift in der Bildzeitung und einem Vereinsblatt wie die Kosten der Schriften sich verhalten.

Tobias Meyerhoff, Monotype Deutschland
Als Abschluss der Referate räumte Benjamin Domenig, Rechtsawalt und Sachverständiger mit einigen Unwahrheiten auf. Er erklärte sehr verständlich das Urheberrechtliche Chaos bei den Schriftarten. Dabei stellte er auch klar, was die Schweizer Gesetzgebung regelt. Der Inhalt der Nutzungslizenz ist in den sogennaten End User License Agreement (EULA) geregelt, ein genauer Blick in diese Vereinbarungen zeigt einiges auf. Seine Aussagen standen zum Teil im Widerspruch mit seinem Vorredner. Anschliessend kamen dann noch einige Fragen aus dem Publikum betreffend der rechtlichen Situation.

Bejamin Domenig, Domenig Partner Rechtsanwälte AG

Jonas Schudel, Abteilungsleiter, Schule für Gestaltung Zürich

Interessiertes Publikum

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