Wachstum im globalen E-Learning-Markt

Wie lernen wir in zwei oder auch in zehn Jahren? Die Digitalisierung hat bereits viele Aspekte unseres Lebens neu geformt und macht auch vor der Bildung nicht Halt. Neue Lernformen spriessen aus dem Boden und viele Unternehmen und Institutionen sowie auch der Staat giessen kräftig nach. Doch ist E-Learning auf fruchtbaren Boden gestossen?
Docebo…>> ging dieser Frage nach und gab im März 2014 einen umfassenden Bericht heraus. Untersucht wurden verschiedene E-Learning-Märkte; sowohl nach geografischen Gesichtspunkten als auch nach zielgruppenspezifischen Aspekten. Was alle Märkte auf einen Blick gemeinsam haben: Positive Aussichten für die kommenden Jahre und stetiges Wachstum.
Doch wie gross dieses Wachstum ist und wer dieses antreibt, ist von Region zu Region unterschiedlich und hängt vom kulturellen Hintergrund ab. Für E-Learning-Unternehmen ist existenzentscheidend zu wissen, wie der jeweilige Markt beschaffen ist und wie er sich verändern wird. Natürlich muss eine solche Analyse sehr viel detaillierter geschehen, als dies nachfolgend präsentiert wird – im Rahmen dieser Blogbeitragsserie wird vor allem ein Überblick gegeben und auf interessante Trends hingewiesen. Wussten Sie zum Beispiel, dass E-Learning in Afrika vor allem durch private Universitäten vorangetrieben wird oder es in Lateinamerika für kleine und lokale E-Learning-Unternehmen schwierig wird, gegen die Großen der Branche eigenständig zu bestehen?
Der ausführliche Bericht (englisch) kann hier heruntergeladen werden: E-Learning Market Trends and Forecast 2014-2016…>>
Bevor man nun mit Zahlen um sich wirft, muss klar sein, was unter E-Learning verstanden wird. Genauer gesagt, was der Urheber des Berichts zur Erhebung der Zahlen und Fakten als E-Learning definiert: Bildung, die ortsunabhängiges Lernen ohne festes Startdatum ermöglicht (ein vorgegebener Zeitrahmen bis zur Beendigung des Lernprogramms ist jedoch möglich).
Von dieser Definition abgegrenzt wurden zum Beispiel Gamification Tools (Erklärung Gamification…>>) Achtung: Wie diese Definition indirekt erkennen lässt, ist E-Learning nicht mit Online Learning gleichzusetzen; zu Online Learning zählen jegliche Lernformen, die auf das Lernen über das Internet ausgelegt sind. Online Learning ist also ein Teil von E-Learning. Zu E-Learning gehören weitere Formen des digitalen Lernens dazu, beispielsweise Offline-Lernprogramme, CD-ROMs und ähnliches.
Grundsätzlich im Hinterkopf zu behalten ist, dass der E-Learning-Markt viele Facetten hat; es geht hier nicht nur um die Anbieter von Inhalten, sondern auch um Anbieter von Technologien, die E-Learning ermöglichen. Die vom VSD angebotene Lernplattform Mediametro…>> ist eine klassische Form der Vermittlung von Lerninhalten über das Internet.
Ein Milliardengeschäft
Der globale E-Learning-Markt nahm 2011 bereits Ausmasse von beinahe 26 Milliarden Euro an. Bis 2016 wird der Markt voraussichtlich auf bis zu 37,6 Milliarden Euro anwachsen. Im Durchschnitt wird von 2012-2016 mit einem weltweiten Wachstum von 7,6% pro Jahr gerechnet. Ein Blick auf die einzelnen Regionen zeigt allerdings, dass man dies wirklich nur als groben Durchschnitt betrachten kann:
Top-Wachstum:
1. Asien: 17,3% pro Jahr (Antrieb vor allem durch Indien, China, Australien)
2. Osteuropa: 16,9% pro Jahr (Antrieb vor allem durch Russland)
3. Afrika: 15,2% pro Jahr
4. Lateinamerika: 14,6% pro Jahr
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Demgegenüber stehen Nordamerika mit einem jährlichen Zuwachs von 4,4% und Westeuropa mit 5,8%. Zu beachten ist jedoch, dass diese beiden Märkte auch schon am weitesten vorangeschritten sind. Die vergleichsweise geringe Wachstumsrate ist daher nicht als negativ zu bewerten.
In den USA wird momentan auch am meisten in E-Learning investiert, Westeuropa liegt diesbezüglich auf dem zweiten Platz. Jedoch nicht mehr lange: Laut den Schätzungen des Berichts wird bis 2016 Asien Westeuropa hinter sich lassen und sich den USA an die Fersen setzen.
Mit E-Learning ist nicht nur viel Gewinn zu erzielen, sondern kann längerfristig auch Geld gespart werden. So zählt bei Unternehmen und Schulen das Potential für Einsparungen zu den meist genannten Gründen für die Einführung von E-Learning-Elementen. Grosse Unternehmen mit geografisch verstreuten Ablegern begrüssen außerdem die Möglichkeit, durch E-Learning Mitarbeiter gesamthaft schulen zu können, ganz gleich auf welchem Teil der Erde sich diese gerade befinden. In dem Sinne wird E-Learning für den Wissenstransfer- und das Wissensmanagement verwendet.
Mobile Geräte liegen im Trend
E-Learning-Anbieter müssen sich bewusst sein, dass Ihre Lerninhalte dank der Digitalisierung auf unterschiedlichen Geräten benutzt werden. Laut IDC (International Data Corporation) nimmt die Zahl der PCs weltweit bis 2017 sogar ab. Hingegen legen Tablets (+4,7%) und Smartphones (+11%) kräftig zu. Mit Abstand das am weitesten verbreitete digitale Gerät ist heute bereits das Smartphone – bis 2017 wird sich dies stark verdeutlichen. Weltweit wird sich die Sättigung an Handys bis in drei Jahren auf ungefähr 70% belaufen.
Betreffend mobilen Geräten ist auch der Trend “Bring your own device” zu beachten; die Arbeitnehmer bringen ihre eigenen Geräte, vorzüglich Laptops und Tablets, mit an den Arbeitsplatz. So wird es für E-Learning-Unternehmen immer relevanter, dass auf jeglichen Geräten die Inhalte bequem abruf-, bedien- und lernbar sind und dass ihre Technologien störfrei funktionieren.
Zweitverwendung aus einem Beitrag von Online Education Blog…>>

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