VSD-Forum 2014: Wir sind Medienproduktion

Die Printbranche wandelt sich von einem Produzenten für Drucksachen zu einem Spezialisten für Kommunikationslösungen. Damit befasste sich das VSD-Forum 2014, welches am 26. Juni im Hotel Bellevue in Bern stattfand. Das erste Statement zu diesem Wandel erfolgte von Florian Walz (CEO GEYST AG, Zürich), der an seinem Fall ein sowohl aktuelles wie auch sehr praktisches Beispiel vorstellte.
Die Daniel Straumann AG war ein bedeutendes Labor für Litho- und Reprografie, welches sich durch Kompetenz, Qualität und Erfolg auszeichnete. Ein Lieferant mit Leib und Seele, der zunehmend durch Kunden, Agenturen und andern grafischen Betrieben konkurrenziert wurde. Es lag auf der Hand, sich für die Zukunft neu auszurichten. Dafür wurde zuerst die Frage beantwortet: Was kann ich alles, mit dem was ich kann? Neue Geschäftsfelder galt es zu finden und diese richtig auszufüllen. Dazu brauchte es Partner, welche den richtigen Geist verkörpern sollen. Deshalb haben sich diese bedeutende Produktionsfirma (Straumann), die bekannte Werbeagentur (HESSKISSSULZERSUTTER AG) sowie eine Firma für digitales Corporate Design (Profil1 GmbH) zur Kommunikationsagentur GEYST zusammen getan.
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Einen andern Weg mit demselben Ziel wählte Pam Hügli (CEO Alpha245, Zürich), die vier wesentliche Erkenntnisse zur Kommunikation von morgen in ihrem Forums-Beitrag festhielt. Wer sich für die Werbung von morgen fit machen will, muss erstens die digitalen Medien beherrschen, sie gehören genauso in den Kommunikationsmix wie alle andern. Das führt zweitens dazu, dass sich Werbeauftraggeber integrierte Lösungen wünschen, die idealerweise aus einer Hand kommen. Was nach wie vor bleibt, ist die Kreativität im klassischen Sinne; neu hinzu kommen drittens innovative Konzepte für Gesamtlösungen. Viertens erhält die Kommunikationsagentur eine neue Bedeutung: Wichtigste Erfolgsfaktoren sind dabei die Fähigkeit vernetzt zu denken sowie eine komplette Serviceorientierung. Vom Kampagnenstart weg ist ein crossmediales Konzept nötig, wobei die On- und Offline-Kommunikation gleichberechtigt zu behandeln sind. Zur Optimierung der Effizienz einer Werbekampagne sind neueste Technologien zu nutzen; um dies zu gewährleisten, sind bei Bedarf geeignete Kooperationen einzugehen.
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Dass bei künftigen Kommunikationslösungen auch Print ein gewichtiges Wort mitreden kann, dies erläuterte am VSD-Forum Dr. Martin Schmitt-Lewen (Heidelberg AG, Deutschland), welcher beim bedeutendsten Druckmaschinenhersteller Leiter von „Technologies for Future Business“ ist. Für ihn ist die Koexistenz verschiedener Druckverfahren sowie deren Integration in künftigen Maschinen ein wichtiger Ausgangspunkt. Was auch morgen von Bedeutung sein wird, ist die Herstellung von Premiumprodukten, beispielsweise durch Inline-Veredelung. Neu dazu kommt der funktionale Druck: Print jenseits der Farbigkeit. Etwa der Druck von Barcodes und die Verknüpfung mit Augmented Reality; die gedruckte Elektronik dürfte ein weiteres Anwendungsgebiet werden. Beispielsweise die Touchcodes, eine gute Alternative zu den bekannten QR-Codes. Die direkte Verknüpfung von Print und Digital steht also erst am Anfang, neue Druckanwendungen geben Print neue Chancen.
Hannes Zaugg
flash vom Juni 2014 als PDF zum Download …>>
Blogbeitrag zur GEYST AG…>>

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