Wo für Maschinenbauer die Zukunft liegt

Gestern habe ich den Geschäftsbericht vom Druckmaschinenhersteller König+Bauer aus Würzburg gelesen. Solche Reports sind nicht meine Lieblingslektüre, doch diesen empfehle ich all jenen, die sich für die Druckbranche interessieren. Denn er gibt ein ungeschöntes Bild von der aktuellen Situation, welche für die klassischen Bogen- und Rollenoffsetbetriebe nicht die beste ist. Ungeschminkt werden die aktuelle Zahlen präsentiert: der Markt für Bogendruckmaschinen hat sich seit 2006 halbiert, der Umsatz von König+Bauer ist in diesen Jahren um einen Drittel geschmolzen. Der Börsenkurs erweist sich in einer solch unsicheren Zeit als äusserst volatil, tendiert aber klar nach unten. Daraus wird der nüchterne Schluss gezogen: Wenn wir überleben wollen, müssen wir die Kosten anpassen und unsere Tätigkeiten anders gewichten. Das heisst für König+Bauer auf neue Techniken setzen, obwohl sich noch nicht genau abzeichnet, welche sich in was für einem Umfang durchsetzen werden. Ein schwieriges Unterfangen, dass vom deutschen Druckmaschinenbauer realistisch, konstruktiv und mit der nötigen Zuversicht angegangen wird. Eine neue Geschäftseinheit wurde inzwischen gegründet, in dem die Akquisitionen in erfolgversprechende Nischen zusammengefasst sind. So wollen die Würzburger vermehrt für den Sicherheitsdruck Anlagen bauen, Maschinen anbieten, die für spezielle Druckträger produzieren, etwa dem Blechdruck, und im florierenden Zweig des Verpackungsdruckes Marktanteile gewinnen. Doch vorher muss abgebaut werden, weitere Stellen werden gestrichen; König+Bauer scheut sich auch nicht vor der Frage, ob sie die fünf Werke in Deutschland, Oesterreich und Tschechien alle noch halten können?
Link auf die Unternehmensberichte 2013 der Koenig & Bauer Group…>> oder direkt zum PDF-Download…>>
Autor: Hannes Zaugg, HZW für effiziente Medienproduktion…>>
«Die Druckindustrie ändert sich: Wir sind Medienproduktion». das passende Forum des VSD zum Thema…>>

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