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Schulung zur nachhaltigen Medienproduktion

Immer mehr Betriebe in der Druckindustrie beschäftigen sich mit Themen wie Umweltschutz, Energieeffizienz und klimafreundlicher Produktion. Dabei reagieren sie auf einen eindeutigen Trend in der Gesellschaft in Richtung nachhaltige Nutzung der beschränkten Ressourcen. Trotzdem bleiben viele Chancen noch weitgehend ungenutzt. Hier setzte das Seminar an, das der Verband der Schweizer Druckindustrie (VSD) gemeinsam mit der Swiss Climate AG und ClimatePartner Switzerland durchführte.

In den Räumen der Kromer Print AG in Lenzburg fanden sich am Dienstag, 17. Januar 2012, 15 Teilnehmer zur Schulung in der Nachhaltigen Medienproduktion ein. René Theiler, Projektleiter Technik und Umwelt des VSD, zeigte in seinem Einstiegsreferat auf, welche Chancen sich den Druckereien mit innovativen Konzepten eröffnen. Für ihn ist der ehrlichste Prozess der klimafreundliche Druck mit Reduzierung der Emissionen und Kompensation des verursachten CO2-Ausstosses. Damit ein Unternehmen nachhaltig handeln kann, muss es auf einer wirtschaftlich gesunden Basis stehen und zukunftsfähig sein. Profitables Handeln ist also auch im Sinne der Nachhaltigkeit nicht ausgeschlossen und sogar notwendig, um in innovative Technologien und Produktentwicklungen zu investieren. Der ganzheitliche Kontext mit Integration anderer Aspekte des Umweltschutzes macht klimaneutrales Drucken erst wirklich glaubwürdig. Zu diesem Bereich stellt der VSD den Betrieben ein integrales Management System zur Verfügung, welches Schnittstellen und Redundanzen im ganzen Betrieb reduziert. Nachhaltiges Drucken ist nur mit optimiertem Produktionsprozess wirklich glaubwürdig. Erst Energieeffizienz, Papiere aus nachhaltiger Forstwirtschaft und zertifizierte Umwelt- und Qualitätsmanagementsysteme machen klimaneutrales Drucken zu einem glaubwürdigen Angebotsvorteil.

Die drei zentralen Schritte einer Klimaschutz-Strategie stellte Othmar Hug, Swiss Climate AG, in seiner Präsentation ins Zentrum. In diesem Kontext erwähnte er auch wissenschaftliche Thesen, welche den Klimawandel, gegenüber den immer wieder kommenden Argumenten, dass es nicht so schlimm ist, klar belegen. Dabei gibt es doch genau in diesen Bereichen viele Chancen, welche die Unternehmer für den freiwilligen Klimaschutz und zur Profilierung im Markt aufgreifen sollten. Der Carbon Footprint wird für Unternehmen immer wichtiger und zunehmend auch von Kunden gefordert. Dabei ist ein standardisiertes Vorgehen der Messung wichtig, welche systematisch, nachvollziehbar, vergleichbar und demzufolge dann auch glaubwürdig ist. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Systemgrenze, welche zur Transparenz bei Produkten sowie einer Produktion enorm wichtig ist. Im zweiten Teil seines Vortrages legte er den Schwerpunkt auf die Reduzierung der Emissionen und belegte diese mit praktischen Beispielen. Für die klimaneutrale Erstellung von Druckprodukten ist aus seiner Sicht neben den im Betrieb getätigten Reduktionsmassnahmen eine gute Kommunikation mit den Kunden zentral und enorm wichtig. Dazu zeigte er als Beispiel den Ablauf einer Musterproduktion mit dem Energieeffizienz-Check von ClimatePartner und der Kompensation mit Swiss Climate AG – ein Prozess, wie dieser aktuell in verschiedenen Druckereien umgesetzt wird.

Potenziale nutzen im Bereich der Energie-Effizienz war das Thema vom Referat von Hubert Stahel, ClimatePartner Switzerland AG. Er zeigte sehr gut auf, wie durch den Kontinuierlichen Verbesserungs-Prozess (KVP) allein durch das Verhalten der Mitarbeiter und deren Auswirkungen sich eine Verbesserung der Energiewerte ableiten lässt. Auch für ihn ist die Vorgehensweise klar, zuerst vermeiden, dann pragmatisch reduzieren und erst am Schluss kompensieren. Für ihn bleibt die Integration der Mitarbeiter der Schlüssel zum Erfolg. Bei der Kromer Print AG konnte die Umsetzung auch nur dank dem Einsatz und Verständnis der Herren Geri Anner und Heinz Ritter in dieser kurzen Zeit umgesetzt werden. Der KVP muss im Verkaufsgespräch als Mehrwert den Kunden kommuniziert werden, das Thema "Low Emission Print" ist nur durch den Einbezug der Energieressourcen wirklich glaubwürdig. 

Die Kunst im Umgang mit der Nachhaltigkeit ist es, den daraus erkennbaren Kundennutzen abzuleiten und relevante Punkte aufzuzeigen. Zu diesem Aspekt konnten die Teilnehmenden in Gruppen wichtige Argumente erarbeiten. In den drei Gruppen wurden Argumente für den Verkauf von klimaneutralen Produkten, der kreativen Kommunikation sowie die operative Umsetzung der Nachhaltigkeit im Betrieb erarbeitet und anschliessend präsentiert.

Als Abschluss des Seminarteils erläuterte Heinz Ritter, Projektleiter und verantwortlich für den Bereich Finanzen und Personal bei der Kromer Print AG, in einem Erfahrungsbericht wie er die Umsetzung aller wichtigen Schritte erlebt hat. Sie sind heute in der einer der wenigen Betriebe welche die im Öko-Rating des VSD aufgelisteten Bereiche der Nachhaltigkeit abdecken. Nur im Zusammenspiel aller dieser Elemente und im Sinne des integralen Managements kann er mit guten Gewissen auch gegenüber den Kunden eine umweltgerechte Produktion anbieten. Die Zusammenarbeit mit ClimatePartner im Bereich der Energieeffizienz war für ihn und Geri Anner sehr erfreulich, Sie schätzten vor allem die praktische Zusammenarbeit und die zielführende Arbeit. Die Firma Kromer Print AG hat viel investiert und muss jetzt diese Massnahmen auch mit ihren Produkten wieder amortisieren.

Die Schulung zur Nachhaltigen Medienproduktion zeigte sehr deutlich auf, wie wichtig ein fundiertes Fachwissen für den Verkauf von ökologischen Druckprodukten gegenüber den Kunden ist. Zum Abschluss der Schulung fand dann noch ein Apéro statt, bei welchem die gehörten Fakten zwischen den Teilnehmern noch intensiv ausgetauscht wurden.