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Treffpunkt Publishing 2011

Computer und Gestalten? War das alles für die "Katze"?!

In Kooperation mit der Berufsschule für Gestaltung Zürich ging der VSD der Frage nach, wie der Computer und die Software die Gestaltung beeinflusst haben. Bleibt gute Gestaltungerhalten, wenn sich die Technik ändert? War die Gestaltung in früheren Epochen abhängig von den technischen Gegebenheiten? Aber wohin geht die grafische Gestaltung im 21. Jahrhundert und warum kommen schon längst totgeglaubte Techniken, wie der Bleisatz wieder zur Anwendung? «Demokratisierung» der Gestaltung – Fluch oder Segen?

Fritz Maurer konnte wieder über 120 Teilnehmer/innen an diesem Treffpunkt Publishing begrüssen und führte zusammen mit René Theiler, VSD, in das Thema ein. Schon seit langem waren die beiden Herren am Diskutieren, wie die Entwicklung der Hard- und vor allem Software, die Gestaltung verändert hat.

Im ersten Referat ging Richard Frick der These „Grafik und Typografie des 21. Jahrhunderts“ nach und zeigte, welche Einflüsse neben der Technik auch die verschiedenen Zeitepochen auf die Gestaltung haben. Aus seiner Sicht hat sich Gestaltung und dabei die Typografie durch die Technik nicht generell verändert. Viele seiner Beispiele aus früheren Perioden können heute am Computer sicher einfacher erstellt werden. In seiner Arbeit als Dozent an der Fachhochschule in Luzern beobachtet er bei seinen Studenten eine neue Auseinandersetzung der Retro-Themen mit Gedanken aus ihrer Sicht. Diese neue Betrachtung bringt dann auch wieder neue Elemente in die Gestaltung.

Ralph Schraivogel, Grafiker und mehrfacher Preisträger von Plakatwettbewerben, zeigte sehr authentisch seine persönliche Entwicklung von der Handarbeit mit vielen Hilfsmitteln und einer Reprokamera auf. Lange Zeit wehrte er sich gegen die Entwicklung des Desktop Publishing und erstellte mit kreativen Ideen sehr interessante Plakate. In den letzten Jahren warf er dann seine Vorurteile über Bord und ist heute von der Arbeit mit dem Computer überzeugt. Die neue Arbeit hat bei sich auch neue kreative Möglichkeiten für die Gestaltung ausgelöst. Er ist auch klar der Meinung das sich seine Plakate mit dem Einsatz der Software (Illustrator und Photoshop) verändert hat. Für ihn faszinierend ist die Tatsache mit dem Computer, jetzt auch die Möglichkeit zu haben, von einem Sujet mehrere Varianten mit Schriften oder Grafiken sehr schnell zu erstellen.

Als dritter Referent gewährte Patrik Zwahlen einen Blick in seine Tätigkeit als Lehrbeauftragter der Universität Zürich und Geschäftsführer der Firma BildKom. Sein Referat befasste sich mit der Fragestellung: Hilft der Computer Botschaften zu gestalten? Dabei stellte er ein paar provokative Thesen auf, die bei der kreativen Arbeit entstehen und die Sie in ihrer Arbeit auch analysieren. Als Beispiel zeigte er Sujets der aktuellen Kampagne des Bundesamtes für Gesundheit zum Thema „Geschlechtskrankheiten“ und der Plakatwerbung von Schweiz Tourismus, welche im letzten Jahr mit Preisen ausgezeichnet wurden.  Die Thesen, die Patrick Zwahlen bei der Auswertung der Gestaltungsarbeiten einsetzt sind sehr spannend und führen in einzelnen Kreisen sicher zu kontroversen Diskussionen. Einen spanneder Ansatz, der sicher weiter verfolgt werden muss.

Mit diesem Treffpunkt Publishing endet die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Fritz Maurer und René Theiler. In einem kurzen Rückblick auf die 11 Veranstaltungen würdigte Fritz Maurer die Zusammenarbeit und den stets offen Dialog neue Themen anzugehen. Er schätze auch die unkomplizierte Zusammenarbeit und die innovativen Ideen. René Theiler schenkte Fritz Maurer im Namen des VSD und des GFZ ein Buch mit dem Titel „Da geht noch was“, die überraschenden Fähigkeiten des erwachsenen Gehirns und einen feinen Grappa als „Verteiler“ nach einem feinen Essen. Für Fritz Maurer endet aber nur seine Tätigkeit in der Berufsschule, für ihn muss aber der Treffpunkt Publishing weitergehen auch unter der neuen Führung. Im Anschluss offerierten die Berufsschule für Gestaltung, der VSD und das GFZ einen Apéro zum Gedankenaustausch.

Fritz Maurer, Rektor Berufsschule Zürich begrüsst die Teilnehmer/innen

 

 

Richard Frick, Grafik und Typografie des 21. Jahrhunderts

 

 

Ralph Schraivogel, Perfektion - ein Missverständnis

 

 

Patrik Zwahlen, Hilft der Computer Botschaften zu gestalten?

 

 

Wieder kamen über 120 Teilnehmer/innen an den Treffpunkt Publishing